Die 2. Schwangerschaft – irgendwie ist alles anders

Die 2. Schwangerschaft - irgendwie ganz anders

Die 2. Schwangerschaft – irgendwie ganz anders

Kaum haben wir den ersten Geburtstag unserer kleinen Charlotte gefeiert, fühle ich mich bereits wieder wie ein Walross, nein vielmehr wie eine Seekuh, die scheint noch etwas unbeweglicher zu sein als das Walross. Unter den heute noch lebenden Tieren sind die Elefanten gemäss Wikipedia ihre nächsten Verwandten. Doch, diese Beschreibung passt! Im 8. Monat schwanger mit Baby Nummer 2 fühle ich mich ganz und gar nicht fit. Jeder Schritt ist mühsam und am liebsten würde ich mich die ganze Zeit beklagen. Irgendwie ist die 2. Schwangerschaft ganz anders als die erste.

Wie es damals war

Strahlende Augen, Glück, Liebe, alles zusammen. Ein ebenmässiger Teint, schöne lockige Haare aufgrund der Schwangerschaftshormone und viel Energie – das waren die Merkmale meiner ersten Schwangerschaft 2015. Da war immer Zeit am Abend für Schwangerschaftspilates im Wohnzimmer, für den täglichen Schwangerschaftstee, für das wöchentliche Schwimmen im Migros Fitnesspark und für YouTube Videos über den perfekt gepackten Spitalkoffer vor der Geburt. Auch die Frage der passenden Wickeltasche riss mich so mit, dass ich mich schliesslich für eine legendäre Storksak entschied, die ich sogar aus England importieren musste. Eine Wickeltasche ist schliesslich mehr als nur eine Tasche, sie verkörpert den Stil einer Mutter.

Nicht für mich bestimmt

Da liegen sie auf unserem Esstisch, vier, fünf, nein sogar sechs nicht genutzte Eintrittskarten für die diesjährige Expovina. Die von Savinis waren wieder die ersten, die die Karten schickten. Bei denen ist der Kunde noch König… Autsch! Soeben wurde mir von meinem Baby im Bauch ein ordentlicher Tritt verpasst, als Erinnerung daran, dass die Karten nicht für mich bestimmt waren. Mein Mann hat die Messe ohne mich besucht und mir anschliessend vom wunderbaren Kirschrot, vom kräftigen und gleichzeitig weichem Körper, von den präsenten Brombeernoten und dem typischen Abgang meines Lieblingsweins berichtet, dem Kaapzicht Pinotage.

Wann ist es endlich soweit?

Ich muss zugeben, dass ich nach über 2 Jahren Dauerabstinenz wegen Schwangerschaft und Stillzeit ganz gerne wieder einmal ein Gläschen Wein trinken würde. Vielleicht sogar in einem Restaurant, bei einem schönen Abendessen zu zweit. Oder als Apéro vor der nächsten Theatersport Aufführung im Millers Studio. Trotz des Wunschkindes Nummer 2, auf welches wir uns unsagbar freuen und welches wir mit möglichst geringem Altersabstand zu Charlotte haben wollten, kann ich es kaum erwarten, die 2. Schwangerschaft zu verabschieden und mein kleines, zweites Kindchen endlich im Arm zu halten. Genug von der Umstandsmode, von den täglichen Vitamintabletten, von schmerzenden Beinen und vom Keuchen beim Treppensteigen. Genug des Wartens auf die Geburt, auf die Vervollständigung unserer kleinen Familie und auf den hoffentlich irgendwann wieder flachen Bauch.

Vom Alltag eingeholt

Schwangerschaftsgymnastik? Keine Zeit. Lieber spiele ich mit Charlotte! Geburtsvorbereitung mit Atemübungen? Bringt nichts, die Geburt kommt eh wie sie kommt, mit Atemtechnik A oder B. Ayurvedamassage für Schwangere? Möglich, falls ich meinen Notizblock dabei haben kann. Das Kinderzimmer für unser zweites Kind schön einrichten und dekorieren? Da fehlt mir derzeit wirklich die Energie. Sich schonen? Da wird’s schwer mit Teilzeitarbeit, Charlotte und all den anderen kleinen Projekten nebenbei. Die Romantik der ersten Schwangerschaft ist vorbei, der Alltag hat mich eben eingeholt.

Die Vorfreude steigt

Umso mehr freue ich mich jeden Tag darauf, unserer Charlotte endlich ihr Geschwisterchen vorstellen zu dürfen. Die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Also lehne ich mich zurück und träume von dem, was noch kommen mag.

Herzlichst,

YoungMum

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