Glückliche Kinder

Glückliche Kinder

«Deine Kinder sehen so glücklich aus!», kommentierte eine Freundin letzte Woche ein Foto unserer Kinder auf dem Spielplatz. Das inspirierte mich zu diesem Blogbeitrag über glückliche Kinder. Was brauchen Kinder eigentlich, um glücklich zu sein? Ein Baby braucht vor allem seine Mutter, Milch und Geborgenheit. Doch mit zunehmendem Alter brauchen Kinder mehr als das, um zufrieden zu sein und sich in einer guten Umgebung zu entwickeln. Die Montessori Schule hat hier interessante Ansätze.

Aufmerksamkeit

Was mir in den letzten Monaten klar wurde: Kinder brauchen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Dass dies neben Homeoffice, Haushalt, DIY-Projekten und anderen Verpflichtungen nicht immer möglich ist, liegt auf der Hand. Trotzdem muss man jeden, jeden Tag eine gewisse Zeit nur dem Kind widmen. Das ermuntert und inspiriert das Kind zu neuen Ideen. Sehe ich meiner Tochter beim Fahrradfahren oder Turnen zu, was sie beides sehr gerne macht, so fühlt sie sich bestätigt und bestärkt darin. Schenke ich ihr meine Aufmerksamkeit, probiert sie nicht selten etwas Neues aus, möchte mich stolz machen und hat vielleicht auch weniger Angst vor einem neuen Manöver.

Die Möglichkeit, sich etwas zu wünschen

Eltern, die ihre Kinder vielleicht etwas bescheidener erziehen als wir, mögen vollkommen anderer Meinung sein. Doch für mich ist die Möglichkeit einer Wunschliste wichtig für die Entwicklung meiner Kinder. Dabei geht es mir darum, dass ein Kind einen Zuhörer findet, wenn es z.B. ein bestimmtes Bastelmaterial braucht, um ein Bild fertigzustellen oder einen bestimmten Puppenschuh für einen bestimmte Zweck. Jedes Mal macht sich meine Tochter Gedanken über das fehlende Material und den Verwendungszweck, um das Ziel zu erreichen. Ich freue mich immer, wenn eines meiner Kinder zu mir kommt und mir einen Wunsch oder eine Idee erklärt. Dabei ist auch die kleinste Sache wichtig, sofern sie auch für mein Kind wichtig ist. Wenn es einen neuen hellrosa Farbstift braucht, nehme ich sie ernst, ohne darauf zu bestehen, dass sie sich mit dem lilafarbenen zufriedengibt. Natürlich werde ich bei der nächsten Shoppingtour eher Bastelglitzer einkaufen als einen neuen Barbie-Camper, aber jeder Wunsch verdient eine pro und contra Diskussion. Auf diese Weise zeige ich meinen Kindern, dass ich ihre Anliegen ernst nehme.

Eine kindgerechte Umgebung

Erst kürzlich habe ich realisiert, wie schwer es für die Kinder ist, ihr Besteck aus unserer Besteckschublade zu nehmen, an die sie fast nicht rankommen. Ich habe meine Ordnung im Haus, aber ist es hier auch für ein Kind angenehm zu leben? Kann es selbständig sein und sich selber Wasser holen, wenn es Durst hat? Ist es für das Kind möglich, seine Kleider, die es heute gerne tragen möchte, selber auszuwählen? Kann es sich ohne Hilfe die Hände waschen, wenn es das gerne möchte? Oder ist immer alles zu weit oben und unerreichbar? Die Montessori Schule setzt auf die Eigenständigkeit des Kindes. Es soll von Anfang an Teil haben können am Familienleben, auf eine kindgerechte Art. Bügeln? Aber sicher! Halt einfach mit einem Kinderbügelbrett mit Spielbügeleisen. Zum Essen auftischen? Auf jeden Fall. Mit Geschirr, das in Reichweite des Kindes steht.

Eine individuelle Zimmereinrichtung

Neben dem praktischen Aspekt sollte die Einrichtung des Kinderzimmers individuell auf das Kind angepasst sein. Das Bett meiner jüngeren Tochter ist voll mit Kissen, ihre liebsten Stofftiere sind darauf und die Bettwäsche zieren Krokodile, ihre Lieblingstiere. Charlotte hingegen legt nicht besonders grossen Wert auf den Kuschelfaktor im Bett, sie braucht hingegen einen funktionalen Arbeitsbereich wo sie alle Mal- und Bastelutensilien vorfindet. Sie mag keine Hosen, also konzentriere ich mich auf den Kauf von Jupes und Röcken. Jedes Kind hat einen eigenen Charakter und möchte uns mitteilen, was ihm wichtig ist und was nicht. Mir macht es Spass, mein Kind darin zu unterstützen. Es nur als Kind abzustempeln, welches sich mit dem zufriedengeben soll, was es vom Erwachsenen bekommt, wäre schade: wir können es auch besser.

Wirklich zuhören

Das ist nicht immer einfach. Doch wir geben stets unser bestes, einander wirklich zuzuhören. Warum genau weinst du jetzt? Wie kann ich dir helfen? Kürzlich hatte ich mit meiner dreijährigen Tochter eine Auseinandersetzung und erst als ich darauf bestanden habe, dass sie mir den Grund ihres Verhaltens mitteilte, schallte es in Tränen aus ihr heraus: “das ist alles deine Schuld!” Mein kleines Mädchen machte mir klar, dass mein Verhalten zu einem Konflikt geführt hat. Wir entschuldigten uns gegenseitig und machten ab, dass nun alles wieder gut zwischen uns sei. Auch mit kleinen Kindern kann man sehr gut über ein Problem sprechen. Mit dem wirklich zuhören tut man sich als Erwachsener häufig schwer, weil einem vieles als Lappalie vorkommt. Aber in einer Kinderwelt kann in einem bestimmten Augenblick eben ein rosaroter Farbstift entscheidend sein. Man muss lernen, zuzuhören. In einem Geschwisterkonflikt gebe ich jedem Kind die Chance, sich zu erklären und seine Sichtweise darzustellen. Im besten Fall nehme ich keine Seite ein, sondern helfe, das Problem zu lösen. Beispielsweise durch das Werfen einer Münze. Mehr Ideen dazu im Artikel zum Thema Geschwisterliebe.

Glückliche Kinder mit Montessori

Die Montessori Pädagogik gewann in den letzten Jahren immer mehr an Interesse. Jedes Kind individuell zu sehen und in seinem eigenen Lerntempo lernen zu lassen, mit den Materialien spielen zu lassen, welche es selbst wählt, spricht Eltern vermehrt an. Die Montessori Pädagogik ermöglicht dem Kind die volle Entfaltung seiner Persönlichkeit und ein seiner Entwicklung angepasstes Lernen und Kennenlernen der Welt. «Hilf mir, es selbst zu machen!» ist eine wichtige Devise in der Montessori Pädagogik. Mich überzeugt vor allem das soziale Entwicklungspotential. Die moralischen und geistigen Werte, die von Geburt an im Kind vorhanden sind, werden akzeptiert und respektiert. Übung, Erfahrung und Erleben bilden die Basis für die soziale Erziehung nach Montessori. Von Anfang an von den Mitmenschen respektiert und angehört zu werden ist für mich der Schlüssel zu einer glücklichen Kindheit. Kinder, die ihren Eltern vertrauen können und für jedes noch so kleine Problem eine echte Bezugsperson finden, sind eben zufriedene und ausgeglichene Kinder.

Eine wertvolle Spielgruppe

Wer nicht nur zuhause Montessori möchte, kann sein Kind in eine Montessori-Spielgruppe schicken. Unsere Vivienne wird ab August die Spielgruppe MoKi im Zentrum Elch in Zürich besuchen, für Kinder ab 2.5 Jahren bis zum Kindergarteneintritt. Jenny und Dorothea haben einen genialen Draht zu Kindern, da wird jeder Spielgruppentag zu einer echten Bereicherung im Leben des Kindes!

Herzlichst,

YoungMum

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