Endlich schwanger – vom langersehnten Babyglück

Endlich schwanger - vom langersehnten Babyglück

Nicht jede Frau hat heute das Glück, Anfang 30 auf Knopfdruck schwanger werden zu können. Was früher nicht so offen thematisiert wurde, ist heute Alltag: immer häufiger brauchen Frauen Hilfe, um schwanger werden zu können. In diesem Beitrag möchte ich erläutern, welche Gründe es dafür gibt, wie es Paaren mit langjährigem Kinderwunsch geht und dass man als Frau die tickende biologische Uhr nicht unterschätzen darf.

Wann ist man unfruchtbar?

Von Unfruchtbarkeit oder Zeugungsunfähigkeit spricht man, wenn es bei einem Paar innerhalb eines Jahres trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht zur Schwangerschaft kommt. In Gesprächen mit älteren Generationen bekomme ich häufig zu hören, dass Unfruchtbarkeit früher kein Thema war. War es ein Tabu? Oder hatten einfach viel weniger Paare Probleme, ein Kind zu zeugen? Auch wenn man heutzutage häufig mitbekommt, dass Paare keine Kinder bekommen können, so wird dennoch nicht gerne offen über das Thema gesprochen. Keine Kinder bekommen zu können tut weh und ist ein Makel, über den man nicht gerne offen spricht.

Der langjährige Kinderwunsch

Viele Frauen aus meinem näheren Umfeld sind ungewollt kinderlos. Wenn man jeden Monat die Hoffnung auf einen positiven Schwangerschaftstest hat und immer wieder enttäuscht wird, wird der seelische Schmerz immer grösser. Die psychische Belastung kann mit der Zeit unerträglich werden, Gefühle wie Hilflosigkeit und Ohnmacht, aber auch starkes Grübeln und sozialer Rückzug können zu einer Depression führen. Obwohl das Leid der Frau oft im Mittelpunkt steht, ist die Belastung für den Mann auch sehr gross, der mit dieser schwierigen Situation umgehen muss. Der Kinderwunsch kann mit der Zeit das Leben komplett bestimmen und die Beziehung belasten, wenn sich alles nur noch um fruchtbare Tage, Hormone, Werte, Eizellen und Spermien dreht und Sex um den Eisprung natürliche Erotik verbannt.

Gründe für Unfruchtbarkeit

Warum können so viele Paare keine Kinder bekommen? Sind es seelische Faktoren, Umweltbelastungen, der zunehmende Stress in unserer Gesellschaft, Alkohol, Rauchen oder falsche Ernährung? Werden wir jetzt mit den Konsequenzen von gespritztem Obst, Antibiotika im Fleisch und industriell gefertigten Lebensmitteln konfrontiert?

IVI, eine weltweit tätige Gruppe für unterstützte Reproduktion, hat folge Gründe für Unfruchtbarkeit auf ihrer Webseite publiziert:

  • 30% Gründe beim Mann: Störungen im Hodenbereich, Verschluss der Samenleiter, Prostata-Krankheiten, Ejakulations- oder Erektionsstörungen und Veränderungen beim Samen
  • 30% Gründe bei der Frau: Vorzeitige Menopause, Endometriose, Verschluss oder Verletzungen an den Eileitern, Gebärmutter- oder Gebärmutterschleimhautanomalien oder Ovulationsprobleme.
  • 20% der Gründe sind eine Mischung bzw. Kombination: bei der die Ursachen bei beiden Partnern liegen.
  • Bei 20% findet sich keine Erklärung, weil die Ursachen nicht geklärt werden können

Karriere vor Familie

Oft ist es auch einfach nur so, dass Frauen sich in ihren besten Jahren zunächst der Karriere widmen und hoffen, später schwanger zu werden, wenn es passt und man den Mutterschaftsurlaub in die Karriereplanung einbauen kann. Wirklich passen wird es nie, leider wird es für eine Frau immer eine Herausforderung sein, sich einerseits auf das Vorankommen in der Karriere zu fokussieren, andererseits doch nur halbherzig dabei zu sein, weil man unbedingt um 17:30 nach Hause gehen möchte um ENDLICH wieder beim geliebten Kind sein zu können. Der Karriere den Vorrang vor der Familienplanung zu lassen kann bittere Konsequenzen haben, so hat Focus kürzlich einen Artikel veröffentlich, aus dem hervorgeht, dass die Fruchtbarkeit bei Frauen viel früher endet, als bisher angenommen. Auch wenn Frauen heutzutage gesünder leben und besser als je zuvor auf eine gesunde Lebensweise achten würden, verändere dies leider nicht die Tatsache, dass die Fruchtbarkeit mit steigendem Alter rapide abnehme. «Die altersabhängige Abnahme der Fruchtbarkeit hat sich nicht unserer gesellschaftlichen Entwicklung angepasst.» (Focus Online, 05.11.2016).  Das bedeutet, dass nur etwa eine von sechs Frauen mit im Alter von 35 Jahren pro versuchtem Zyklus schwanger wird.

Endlich schwanger!

Schwanger zu sein ist etwas Wunderbares. Die Vorfreude auf das Kind ist schier unendlich, die Dankbarkeit nach der Geburt übertrifft jedes zuvor bekannte Gefühl. Man schwebt im Glück, freut sich auf Zoobesuche, auf den Kinderwagen, das Babybett. Der Druck fällt ab, ein Gefühl des Einklangs mit der Welt macht sich breit. Stolz präsentiert man seinen Bauch, man geht ins Schwangerschaftsyoga und freut sich über jede Folsäuretablette, die man schlucken darf. Jede Frau verdient es, in ihrem Kinderwunsch unterstützt zu werden und auf einen familienfreundlichen Arbeitsbetrieb zählen zu können.

Die Macht der Frauen

Am Weltfrauentag wurde ich von einem Zürcher Hotel eingeladen, zusammen mit anderen Frauen in schönem Ambiente auf diesen besonderen Tag anzustossen und eine geballte Ladung Frauenpower in einem einzigen Raum zusammen mit gutem Wein auf mich wirken zu lassen. Der Hoteldirektor meinte während unseres Gesprächs, dass sich Frauen ihrer wichtigsten Waffe gar nicht bewusst wären: sie seien es, die Kinder kriegen können. Das sei so ein effektiver Joker; etwas, dass Männer nie werden tun können. Frauen würden diese Karte zu wenig ausspielen. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir besser können würden als Männer, statt in die Fusstapfen der Männer treten zu wollen. Ich ignorierte die potentielle «Frauen gehören hinter den Herd» Message. Diesem Gespräch entnehme ich die Schlussfolgerung, dass wir Frauen mit dieser «Waffe» eigentlich fähig sein müssten, Arbeits- und Familienmodelle zu erkämpfen, die uns den Spagat zwischen Karriere und dem Kinderkriegen erleichtern. Ein kleiner Denkanstoss zum Schluss!

Herzlichst,

YoungMum

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