Sich selbst nicht vergessen

Sich selbst nicht vergessen

Oft nehmen wir uns zu viel vor und setzen uns selber unter Druck, was uns irgendwann krank macht. Manchmal ist es schwer, alle Bälle in der Luft zu halten. Es gibt Wege aus dieser Situation: denkt man an sein eigenes Wohlbefinden, ist man auch fit genug, um auf dem Hamsterrad weiterzulaufen.

Ist «alles» nicht zu viel?

Eine harmonische Ehe, glückliche Kinder, einen interessanten Job und ein tolles Hobby? Viele Frauen haben den Ehrgeiz, alles zu wollen, sie zahlen aber auch einen hohen Preis dafür. Es genügt nicht mehr, nur Mutter und Hausfrau zu sein, eine Frau muss bzw. will auch noch erfolgreich im Job sein. Die Folge ist wenig Zeit für sich, Stress und Unzufriedenheit. Letztes Jahr wurde zu diesem Thema eine Studie auf SRF ausgestrahlt, wonach ganz klar Frauen diejenigen sind, die mehr Stress haben, insbesondere Frauen mit Kindern.[1] Dies vor allem deshalb, weil sich Frauen mit Kindern sehr stark auf die Kinder und ihre Bedürfnisse fokussieren. Wusstet ihr, dass in Frankreich letztendlich der Steuerzahler für Therapiemassnahmen bezahlt, um bei Frauen nach der Geburt die Vaginalwand zu straffen und somit den Spassfaktor beim Sex wiederherzustellen? Ein komplett anderer Ansatz, der die Frau und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellt.

Zuviel Adrenalin schadet

Wer kennt das nicht, das Gefühl, nicht mehr nachzukommen. Schon wieder zu viel vorgenommen, schon wieder versucht, alle rundherum zufriedenzustellen. Dabei ist es wichtig zu lernen, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Das heisst auch, dass man nicht mit allen befreundet sein kann, auch wenn man das gerne würde. Ein ständig erhöhter Adrenalinspiegel im Blut ist sehr schädlich: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Haarausfall und Konzentrationsschwierigkeiten sind nur einige Symptome. Hat man diesen ständigen Adrenalinspiegel gar während einer Schwangerschaft, kann das fatale Folgen haben, was ich aus eigener Erfahrung weiss.

Aufgaben priorisieren

Klar können wir versuchen, alles zu meistern. Prioritäten zu setzen, hilft dabei. Stellt man sich die zu erledigenden Aufgaben als Jonglierbälle vor, so sind zwar alle in der Luft, aber auf unterschiedlichen Höhen – sind also unterschiedlich wichtig. Fällt mal einer runter, hebe ich ihn auf und mache weiter, ohne zu viel Selbstkritik. In meinen 3 Jahren mit Kindern und Job habe ich einige Strategien gelernt, welche helfen, das Gleichgewicht zu bewahren:

  • Aufgaben aufschreiben. Das hilft mir seit jeher einen Überblick über all meine Pläne zu bewahren. Stress entsteht im Kopf – wenn ich vieles gleichzeitig machen will. Mache ich eine Abfolge der Aufgaben, gibt es keinen Stress mehr, es muss nichts mehr gleichzeitig passieren. Und es muss nicht perfekt sein! Die nicht abgewaschenen Teller in der Küche sehen aus einer anderen Perspektive nur halb so dreckig aus. Es muss nicht immer alles perfekt sein in allen Lieber einmal etwas liegenlassen und dafür etwas machen, dass dringend und wichtig ist.
  • Zeit für Klavierspielen! Für Yoga! Für dein Hobby. Ja, es sollte tatsächlich noch etwas geben, dass DU gerne FÜR DICH machst. Eine Freundin von mir hat sich einmal geärgert, als sie an einem Jobinterview nach ihren Hobbies gefragt wurde. Ihre Antwort war, dass sie 2 kleine Kinder hätte und was man bitteschön von ihr erwarte, dass sie nebenbei etwa noch Schach spiele? Obwohl mich ihre Antwort zum Schmunzeln bringt, so bin ich ganz und gar nicht damit einverstanden. Ja genau, Schach! Lesen, Tanzen, Fahrradfahren..? Was machst du gerne?
  • Was ich von Kolumnistin Louise Parker gelernt habe, ist mir wirklich in Erinnerung geblieben. Sie schreibt, dass das Leben das Resultat täglicher Gewohnheiten sei. Wie wahr! Für mich persönlich ist das der Schlüssel zu allem. Willst du Fortschritte machen, investiere jeden Tag etwas in dein Projekt. Willst Du gesund sein, denke jeden Tag daran und handle entsprechend.

Privat und geschäftlich erfolgreich und glücklich zu sein, ist nur möglich, wenn man Unterstützung von aussen hat und die nötige Kraft und Energie dazu aufbringen kann. Es wird also Zeit für ein Spa-Wochenende!

Herzlichst,

YoungMum

[1] Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 30.10.2017, 17:08.

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